Besenreiser Behandlung

Besenreiser nennt man kleine rote oder blaue Äderchen der Beine. Der Name Besenreiser entstand, weil diese Äderchen den kleinen Ästchen ähneln, die früher zu Besen zusammengebunden wurden.
Beine einer Frau - Besenreiser Behandlung Dr. Haidinger Linz

Was sind Besenreiser, Venen, Krampfadern, geplatzte Äderchen?

Besenreiser zählen zu den Venenleiden. Allen Venenveränderungen liegt eine Störung der Bein- und Beckenvenen zugrunde. Venen sind diejenigen Blutgefäße, welche sauerstoffarmes, dunkelrotes Blut aus den Beinen, Armen und dem Körper quasi “bergauf” zum Herzen zurück transportieren (in den Arterien und Schlagadern dagegen pulsiert das hellrote, sauerstoffreiche Blut vom Herzen weg). Beim Gehen pressen die Bein- und Wadenmuskeln das Blut der Venen gegen die Schwerkraft aus den Beinen nach oben zum Herzen (“Wadenmuskelpumpe”). Klappen in den Venen verhindern ein Zurückfließen des Blutes in die Füße. Wenn sich die oberflächlichen Venen erweitern oder “platzen”, sieht man diese Blutgefässe durch die Haut schimmern – Besenreiser entstehen.

Besenreiser können auf eine Bindegewebsschwäche hindeuten. Häufig sind sie ein erstes Anzeichen für eine richtige Venenschwäche, die zu Krampfadern führen kann . Bei Venenschwäche erweitern sich die Venen der Beine, die Venenklappen werden undicht: es bilden sich innerliche oder äußerliche “Krampfadern”. Es gibt die großen, geschlängelten und dicken Stammvarizen, die etwas kleineren Seitenastvarizen und die winzigen Besenreiservarizen.

Besenreiser Vorher-Nachher Bilder

Das erste Bild zeigt den äußeren Oberschenkel einer Frau mit Besenreisern und Seitenvarizen vor der Sklerotherapie. Das rechte Bild zeigt die Behandlungsergebnisse nach derVerödung.

Seitenastvarizen und Besenreiser am äußeren Oberschenkel

Äußere Oberschenkel mit Besenreiser und Seitenastvarizen vor der SklerotherapieÄußere Oberschenkel mit Varizen und Besenreisern nach Sklerotherapie

Besenreiser Vorher-Nachher Fotos

Das erste Bild zeigt Besenreiser im Kniebereich und an den inneren Oberschenkeln vor der Besenreiser-Behandlung in Linz bei Dr. Haidinger. Das zweite Bild zeigt die Behandlungserfolge nach einer Radiofrequenzbehandlung und Sklerosierung.

Besenreiser am inneren Oberschenkel

Besenreiser vor Radiofrequenzbehandlung in Linz bei Dr. HaidingerBesenreiser nach Sklerosierung in Linz bei Dr. Haidinger

Besenreiser vor und nach Radiofrequenzbehandlung

Das linke Bild zeigt Besenreiser vor einer Radiofrequenzbehandlung in Linz bei Dr. Haidinger. Das rechte Bild zeigt den selben Bereich nach der Behandlung.

Besenreiser am Oberschenkel

Besenreiser vor Radiofrequenzbehandlung in Linz bei Dr. HaidingerBesenreiser nach Radiofrequenzbehandlung in Linz bei Dr. Haidinger

Welche Arten von Besenreiservarizen gibt es?

Wir unterscheiden Besenreiser nach der Farbe und ihrem Durchmesser. Rote Besenreiser entstehen aus kleinsten Arterien, blaue Äderchen aus kleinen Venen. Beide haben einen unterschiedlichen Sauerstoffgehalt und eine andere Wandstruktur. Deshalb sprechen sie auf Laser oder IPL-Behandlung unterschiedlich an. Auch die Dicke der Äderchen spielt eine Rolle, ob eine Lasertherapie oder eine Verödung sinnvoller sind.

Wie entstehen Besenreiser und Krampfadern?

Krankhafte Venenleiden entstehen fast immer auf der Basis einer vererbten Venenschwäche; selten direkt nach einer Venenthrombose. Nur sehr selten handelt es sich wirklich um “geplatzte” Äderchen – die Äderchen sind erweitert, aber nicht geplatzt. Mutter oder Großmutter der Venenkranken hatten häufig Krampfadern. Als äußerliche, auslösende Faktoren kommen meist hinzu: Bewegungsarmut, Übergewicht, langes Stehen (z.B. Verkäuferinnen), langes Sitzen (z.B. Kraftfahrer), enge Kleidung, Rauchen usw. Besenreiser dagegen können auch ohne  angeborene Venenschwäche aus unbekannten Gründen bei jedem Menschen entstehen. Sie sind harmlos und nur ein ästhetisches Ärgernis, das bis zu 40% aller Frauen und 15% der Männer trifft. Durchschnittlich sind die Patientinnen Anfang 40.

Die Behandlung der Besenreiser

Besenreiser können auf zweierlei Arten entfernt werden. Das am besten erforschte Therapieverfahren ist die sogenannte Verödung, heute auch Mikrosklerotherapie genannt.

Die moderne Alternative ist eine Lichtbehandlung: entweder mit einem Blutgefässlaser oder einem IPL-Gerät (intense pulsed light = IPL).

Vor jeder Venenbehandlung ist eine apparative, schmerzlose Untersuchung der Strömungsverhältnisse und des Zustandes der Venenklappen notwendig. Größere Venen (retikuläre Venen) können auch durch das schonende und kosmetisch unauffällige Microstripping (nach Prof. Varady) operativ entfernt werden.

Zur Laserbehandlung von Besenreisern werden Laser- und Blitzlampengeräte verwendet. Das Spektrum der eingesetzten Geräte reicht von Argonlaser über Diodenlaser, Farbstofflaser, Nd-Yag Laser, Blitzlampen oder IPL-Geräte.

Das Problem der Laserbehandlung: es gibt keine “Standardbesenreiser”. Lage, Durchmesser, Sauerstoffgehalt und Wandstruktur sind immer wieder unterschiedlich. So machten Forscher die Erfahrung, dass sich Besenreiser nach einer Diodenlaser-Behandlung erst nach 12 Wochen zurückbildeten.

Die Laserverödung von Besenreiser

Eine deutliche Verbesserung in der kosmetischen Behandlung von Besenreisern hat der Laser gebracht.

Ich verwende für die Gefäßbehandlung einen NdYag Laser mit 1064 nm Wellenlänge. Der Laser hat den Vorteil, dass die gefürchteten Pigmentflecken der Verödung nicht auftreten und eine langfristige Zerstörung des behandelten Gefäßes zu erwarten ist, denn durch den Laser wird die Gefäßinnenwand dauerhaft zerstört.

Die Verödungstherapie ist aber auch teurer als eine herkömmliche Sklerosierungsbehandlung. Die Laserbehandlung ist leicht schmerzhaft, es ist aber keine Betäubung notwendig. Nach jeder Behandlung sollten Stützstrümpfe für eine Woche getragen werden.

Vor Einsetzen derartiger Therapien muss aber gewährleistet sein, dass die Stammvenen nicht betroffen sind, denn sonst macht die Therapie keinen Sinn, da durch den chronischen
Überdruck im Gefäßsystem sofort wieder Gefäßveränderungen auftreten, bzw. die verödeten Gefäße wieder durchströmt werden. In diesen Fällen hat vor der Behandlung der oberflächlichen kleine Venen eine operative Sanierung der Stammvenen und der Perforansvenen zu erfolgen.

Alternativ kann bei der Behandlung feiner roter Äderchen auch die IPL Therapie zum Einsatz kommen.

Was ist die Besenreiserverödung, Mikroskerotherapie oder Sklerosierung?

Sklerosierungstherapie ist die Verödung von venösen Blutgefässen (Venen) in oder unter der Haut durch das Einspritzen eines Sklerosierungsmittels. Die Verödungsmittel führen zu einer ausgeprägten, chemischen Schädigung der Innenwand (Endothel) der Blutgefäße und eventuell der gesamten Gefäßwand. Dadurch entsteht eine kleine, gewollte örtliche Thrombusbildung an der Gefässwand. Nach einiger Zeit wird dadurch das Besenreiser- oder Krampfadergefäss in einen bindegewebigen Strang umgewandelt. Diesen Prozess nennt man Sklerose.

Ziel der Verödungsbehandlung ist die definitive Umwandlung in einen fibrösen Strang aus Bindegewebe, der im Gegensatz zum Blutgefäss nicht mehr sichtbar ist. Das Ergebnis ist im Idealfall genauso gut wie die operative Entfernung des Blutgefässes. Die Verödung ist bei grösseren Varizen – vor allem in Form der sog. Schaumsklerosierung – eine Alternative zur Operation.

Bei Besenreiser ist die sog. Mikro-Sklerotherapie meist die beste Therapiemöglichkeit. Diese Feinverödung ist ambulant und schnittfrei durchführbar. Man benötigt meist mehr als eine Behandlungssitzung. Eine 80-90% Besserung ist mit etwas Geduld erreichbar.

Was ist das Ziel der Verödung, Besenreiserverödung oder Sklerosierung?

Das Ziel einer Verödungsbehandlung ist es, ein ästhetisch und funktionell gutes Ergebnis zu erreichen. Das schöne, ästhetische Bein ist natürlich das wichtigste Ziel bei der Besenreiserverödung.

Welche Formen der Beinäderchen können verödet werden?

Zur Verödungsbehadlung geeinnet sind vor allem Seitenastvarizen, Retikuläre Varizen, Besenreiser und Rest- und Rezidivvarizen nach Operationen.

Welchen Stellenwert hat die Verödung?

Bei der Behandlung von kleinkalibrigen Äderchen der Beinhaut (retikuläre Varizen, Besenreiser) gilt die Sklerosierungsbehandlung als Methode der ersten Wahl. Bei vielen Formen der Besenreiser ist der NdYag Laser eine echte Alternative. Bei der Ausschaltung von Seitenastvarizen und insuffizienten Perforanten konkurriert die Sklerosierungsbehandlung mit der operativen Entfernung um die besten Ergebnisse. Bei der Behandlung der krankhaften Stammvarikose gilt die operative Therapie als Methode der ersten Wahl.

Wann dürfen Besenreiser nicht verödet werden?

Keinesfalls veröden sollte man in folgenden Fällen (absolute Kontraindikationen):

  • Bekannte Allergie auf das Sklerosierungsmittel
  • Schwere Systemerkrankung
  • Akute oberflächliche oder tiefe Venenthrombose
  • Lokale, im Bereich der Sklerosierung gelegene oder schwere generalisierte Infektionen
  • Immobilität
  • Bettlägerigkeit
  • Fortgeschrittene arterielle Verschlußkrankheit im Stadium III oder IV
  • Hyperthyreose (bei jodhaltigen Sklerosierungsmitteln)
  • Schwangerschaft

Nur unter genauer Abwägung der Risiken ist die Verödung erlaubt (relative Kontraindikationen):

  • Beinödem
  • Diabetische Spätkomplikationen (z.B. Polyneuropathie)
  • Arterielle Verschlußkrankheit im Stadium II
  • Schlechter Allgemeinzustand
  • Bronchialasthma
  • Ausgeprägte allergische Diathese
  • Thrombophilie mit abgelaufener tiefer Beinvenenthrombose

Welche Risiken und Komplikationen sind beim Veröden möglich?

Insgesamt ist die Besenreiserverödung eine sichere, risikoarme Behandlungsmethode. Da es sich jedoch um eine ästhetische Behandlung handelt, sollen hier auch seltene Risiken und Nebenwirkungen erwähnt werden. Möglich sind

  • Einspritzen ins umliegende Gewebe mit Entstehung kleiner Hautgeschwüre, die langsam heilen
  • allergische Reaktionen auf das Verödungsmittel
  • Kollaps durch den Einspritzschmerz oder die Aufregung bei der Behandlung
  • Nervenschädigungen kleinerer Hautnerven, bemerkbar als Empfindungsstörung
  • Matting – Neubildung feinster roter oder blauer Haaräderchen im Behandlungsareal
  • Hautempfindungsstörungen
  • Beinvenenthrombose – ist in minimaler Form erwünscht, aber als schmerzhafte Thrombose sehr unerwünscht
  • Hautveränderungen – bräunliche Hautflecken können durch kleine Blutergüsse entstehen und lange andauern, bis sie sich aufgelöst haben
  • Schmerzen – das Einstechen in die Blutgefässe und das Einspritzen kann stark brennen.

Falls der Verband in den nachfolgenden Stunden sehr schmerzhaft ist oder drückt, sollte er durch den Arzt kontrolliert und bei Bedarf erneuert werden.

Welche Nachbehandlung ist sinnvoll?

Aufkleben von Watteröllchen für 24 Stunden und wickeln der Beine ist sinnvoll, da das Behandlungsergebnis so meist besser ausfällt. Intensiver Sport, heiße Bäder, Sauna und ausgeprägte UV-Einstrahlung (Sonnenbank) sind in den ersten Tagen nach der Verödung zu meiden.

Was kann ich selbst noch gegen Besenreiser tun?

Sinnvoll ist längerfristiges Bindegewebstraining der Beine siehe „Tips und Tricks bei Venenleiden”.
Da Wärme zu einer Erweiterung der Blutgefässe führt, raten manche Ärzte von Sauna, heissen Bädern und Sonnenbädern ab. Nach einer solchen “Wärmebelastung” sollte man zumindest die Beine kalt abduschen, um die Blutgefässe wieder zu verengen.